Digital Detox im Urlaub – ich bin dann mal offline

Digital Detox: Digitales Entgiften im Urlaub

 

Eine komplette Woche lang kein Smartphone, kein Tablet, keinen Laptop am Start. Sprich: keine Möglichkeit, mal schnell einen Browser oder Apps zu nutzen. Der Urlaub bietet die perfekte Gelegenheit, eine Zeit lang auf die digitalen Begleiter zu verzichten und die permanente Erreichbarkeit zu kappen. Und dabei festzustellen: kein Internet? Kein Problem.

Für das digitale Entgiftungsprogramm gibt es heute sogar spezialisierte Hotels. Aber mit ein paar einfachen Tricks, ein bisschen Vorbereitung und – nun ja – Selbstdisziplin bekommt ihr Digital Detox auch ohne hochpreisiges Hotel-Special hin. Garantiert.

 

Meinen ersten digital Detox-Urlaub habe ich vor einigen Jahren auf Sylt gemacht. Smartphone und Laptop blieben zuhause. Meine SIM-Karte habe ich in ein uraltes Handy gesteckt, um im Notfall jemanden erreichen zu können. Das war’s. Wobei… ganz digitalfrei bin ich doch nicht nach Sylt aufgebrochen: meinen Kindle Paperwhite* hatte ich vollgepackt mit „das wollte ich schon ewig mal lesen“ Büchern und los ging es.

Und das ging erstaunlich gut. Von meiner gebuchten Ferienwohnung wusste ich, dass es zwar einen Fernseher und ein Festnetztelefon gibt, aber keinerlei Internetanschluss, geschweige denn WLAN. So kam ich gar nicht erst in Versuchung.

Das Festnetztelefon nutze ich hin und wieder für Anrufe bei meiner Familie, der Fernseher blieb weitestgehend ausgeschaltet. Denn die Bücher, die auf dem Kindle auf mich warteten, boten mehr als genug Unterhaltung.

Und schon nach Tag eins hatte ich nicht mehr das Gefühl, etwas Elementares zu verpassen.  Auch der Drang, sofort das Smartphone aus der Tasche zu holen, sobald ich mich auf einer Bank oder in einem Café niederließ, nahm stark ab.

 

Ein wunderbarer Nebeneffekt beim digitalen Entgiften während einer Reise: Man konzentriert sich wieder viel mehr auf das, was sich einem vor Ort bietet. Und kommt zurück zum ursprünglichen Grund für die Reise: mal raus aus dem Alltag, raus aus dem Gewohnten. Etwas Neues erleben, neue Erfahrungen machen, neue Menschen kennenlernen.  

All das fällt sehr viel leichter, wenn man nicht permanent auf einen Bildschirm starrt.

 

Plötzlich ist man nicht mehr ständig auf der Suche nach den besten Instagram-Motiven, jagt nicht dem nächsten Facebook-Like hinterher, checkt nicht alle fünf Minuten irgendwelche WhatsApp Nachrichten. Stattdessen lässt man sich mal wieder von echten Menschen im direkten Umfeld ein Restaurant empfehlen und nicht nur durch TripAdvisor.

 

Und wer nicht mehr das GPS nach dem Weg fragen kann, kommt vielleicht auch noch mit Einheimischen in Kontakt oder lässt sich einfach mal treiben. Und wer weiß, welche zauberhaften Begegnungen hier im Laufe der paar Tage digitalen Entzugs noch warten.

 

 

Also los, nutzt doch euren nächsten Urlaub auch mal fürs digitale Runterkommen. Ihr werdet euch sicherlich auch ein Stückweit selbst neu kennenlernen. Oder – falls ihr nicht alleine reist – eure(n) Mitreisenden. Denn: man hört sich und anderen wieder mehr zu. 

 

Mit diesen fünf einfachen Tipps seid ihr bestens für euer digitales Detox-Abenteuer gerüstet:

 

1)  Wählt möglichst eine Unterkunft ohne WLAN

 

Entscheidet euch ganz bewusst für eine Unterkunft ohne Internetzugang. Dies ist mitunter eine rein psychologische Geschichte. So könnt ihr nicht ins Internet, selbst wenn ihr wolltet. Das reduziert die Versuchung ungemein 😉.

Sucht euch eine schöne Ferienwohnung aus. So habt ich die Möglichkeit, gemütlich zu kochen oder euch mit einem guten Buch und eurem Lieblingsgetränk auf dem Sofa auszubreiten.

 

 

2)  Haltet den Organisationsaufwand vor Ort möglichst gering

 

Entscheidet euch für einen Urlaubsort oder eine Urlaubsregion, wo ihr euch recht unkompliziert von A nach B bewegen und ohne großen Organisationsaufwand viel unternehmen könnt.  

Macht euch im Vorfeld der Reise schon Gedanken darüber, was ihr gern sehen, ausprobieren, machen wollt und informiert euch zumindest grob, wie sich das vor Ort entspannt umsetzen lässt. Ihr wolltet immer schon mal einen Kochkurs zur lokalen Küche eurer Urlaubsregion machen? Dann nix wie jetzt schon dafür angemeldet.

Toll sind auch Reisemagazine oder gut geschriebene Reiseführer, die mehr bieten, als das reine Auflisten einzelner Attraktionen. So könnt ihr vor Ort immer mal wieder schmökern, bekommt spannende Einblicke in die Region und könnt so spontan auch neue Pläne schmieden.

Falls ihr vor Ort jedoch viel zu viel recherchieren, reservieren, etc. müsst, kann das ohne entsprechende Helfer (Smartphone & Co.) wirklich nervig werden.

 

 

3)  Haltet euch möglichst viel im Freien auf – egal bei welchem Wetter

 

Raus mit euch! Denn dort kann euch nicht die Decke auf den Kopf fallen.

Und Peoplewatching im Café ist oftmals spannender und kurzweiliger als zwei Stunden auf Netflix.

Entdeckt eure Urlaubsregion zu Fuß oder mit dem Fahrrad – so seid ihr am nächsten dran an eurer neuen Umgebung.

 

 

4)  Packt Bücher, Hörbücher, Zeitschriften und sogar Spiele ein

 

Überlegt euch im Vorfeld, welche Bücher ihr schon lange mal lesen wolltet oder lasst euch von Freunden deren aktuelles Lieblingsbuch empfehlen. Vielleicht stöbert ihr auch mal im Keller, ob es dort nicht noch einen alten Kassettenrekorder gibt oder einen Discman. Bestimmt finden sich im Freundeskreis „Drei-Fragezeichen“-Liebhaber oder ihr habt selbst noch alte Lieblingskassetten, die ihr im Alltag viel zu selten abspielt.

Ihr habt von einem neuen Brettspiel oder Kartenspiel gehört, das ihr gern ausprobieren wollt? Wenn ihr nicht alleine reist, ist jetzt die perfekte Gelegenheit.

Oder ihr interessiert euch fürs Blumenbinden, oder Rennradfahren, oder Kerzen gießen? Kennt ihr denn schon die Special Interest Magazine, die es in diesem Bereich gibt?

Es ist oft überraschend, was man so alles an alten Leidenschaften wiederentdeckt.

Und denkt gerade bei der medialen Vorbereitung auch an eure örtliche Bücherei, denn ihr müsst nicht immer alles kaufen – leihen geht super bequem und günstig. Sogar ausgefallene Zeitschriften gibt es in den meisten Bibliotheken.

 

 

5)  Nehmt nur ein simples, nicht internet-fähiges Handy mit

 

Smartphones, Laptops und Tablet-PCs bleiben zuhause. So kommt ihr gar nicht erst in Versuchung. Falls ihre eure Bücher digital mitnehmen wollt, achtet darauf, dass ihr wirklich nur einen E-Reader einpackt und kein Gerät, mit dem ihr auch ungehemmt browsen könnt. Es braucht dann umso mehr Selbstdisziplin, das Gerät tatsächlich nur zum Bücherlesen zu nutzen.

Vielleicht habt ihr noch ein altes Handy zuhause, mit dem ihr einfach nur telefonieren oder SMS schreiben könnt. Das reicht schon. Es geht lediglich darum, ab und an ein Lebenszeichne an die Lieben zu schicken und im Notfall jemanden erreichen zu können bzw. erreichbar zu sein.  

Falls ihr solche LowTech Geräte nicht mehr zu Hand habt, dieses sehr einfache Handy* gibt es für wenige Euro.

 

 

Hast du dich schon mal auf digitalen Entzug gesetzt? Vielleicht sogar während einer Reise? Pack doch deine Erfahrungen in die Kommentare. Ich freu mich drauf!

 

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