Donau, ahoi! – mit dem Katamaran von Wien nach Bratislava

Wien-Bratislava per Katamaran. Donau, ahoi!

 

Es ist noch kühl an diesem Samstagmorgen. Die Straßen Wiens sind leer, als ich mich von meinem Hotel aus auf den Weg zum Schiffsableger am Schwedenplatz mache.

 

Von hier aus starte ich ganz wunderbar entspannt und bequem einen Tagesausflug nach Bratislava. Und zwar per Katamaran.

Diese ungewöhnliche Art der An- und Abreise ist zwar teurer als eine Fahrt mit der Bahn, aber ihr bekommt vom Wasser aus auch einen einzigartigen Blick auf den Wiener Donaukanal, auf die Dörfchen, Fischerhäuser und Wälder entlang der Donau bis nach Bratislava.

 

Eine Fahrt mit dem Katamaran macht außerdem echt Spaß. Auf dem Donaukanal geht es noch recht gemächlich dahin, aber sobald die offene Donau erreicht ist, dreht der Kapitän das Tempo richtig hoch. Geht ihr dann auf Deck und lasst euch so richtig vom Fahrtwind durchpusten, seid ihr sicher trotz frühen Aufstehens wach und gut drauf. 

 

Katamaranfahrt Wien-Bratislava

Und frühes Aufstehen lohnt sich, denn die einfache Fahrt dauert ca.75 Minuten. Wer also viel vom Tag im wunderschönen Bratislava haben will, sollte entsprechend zeitig in Wien los. Und es deutet sich bereits an, aber ich sag’s ganz explizit: ein Tagesausflug nach Bratislava lohnt sich sehr! Sehr, sehr.

 

Die Innenstadt ist wunderbar kompakt, der Altstadtkern ist autofrei, ihr könnt also eure Entdeckungstour komplett zu Fuß gestalten und dennoch viel sehen. Über der Innenstadt thront die Burg Bratislavas, die ihr ebenfalls gut zu Fuß erreichen könnt.

 

Mich hat die Burg an sich nicht so begeistert (zu sehr aufgehübscht und herausgeputzt), dafür aber der Außenbereich der Burganlage und insbesondere der grandiose Ausblick, den ihr von dort oben über die ganze Stadt habt. Ich hätte Stunden dort verbringen können.

 

 

Aber es lockt auch die Altstadt Bratislavas und die Jugendstilviertel rundherum. Und dort gibt es von kleinen Läden, über erholsame Parks bis hin zu Kunstgalerien, vegetarischem Fastfood oder Hipster-Coffeeshops richtig viel zu entdecken. Bei einem Tagesausflug nach Bratislava wird euch garantiert nicht langweilig.

 

Hier ein paar Vorschläge für euren Tag in Bratislava:

Wer den Twin City Liner Katamaran um 08.30 Uhr ab Wiens Schwedenplatz nimmt, kommt um ca. 09.45 Uhr in Bratislava am nördlichen Donauufer direkt unterhalb der Altstadt an. Vom Kai aus seht ihr auch gleich die Burg, an der ihr euch während eures Tages immer wieder gut orientieren könnt. Schlendert nach eurer Ankunft einfach am Uferweg einige hundert Meter in Richtung Burg und überquert dann kurz vor der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes (kurz: SNP-Brücke) an der Ampelkreuzung die vielbefahrene Uferstraße. Ihr steht dann am Rand der Altstadt und blickt auf das schöne Jugendstilgebäude des Kindermuseums. Direkt dahinter befindet sich der Martinsdom. Wie ihr feststellen werdet, ist dies der Weg, den ca. 97 Prozent eurer Mitreisenden auch einschlagen, falls ihr euch also von den Massen etwas lösen wollt, geht nicht am Kindermuseum den Hügel hoch, sondern haltet euch davor rechts und wählt den hübschen, baumbestandenen Weg entlang des sogenannten Stadtwäldchens.

Immer geradeaus gelangt ihr zum Nationaltheater.

 

Falls ihr Lust auf ein Frühstück haben solltet oder einen Kaffee braucht, macht eine kurze Rast in einem der Cafés in den Gassen rund um den Platz am Nationaltheater. Hier gibt es für wenige Euro alles, was das morgendliche Herz begehrt.

 

Gestärkt geht es dann nördlich des Nationaltheaters weiter rein in die Altstadt, vorbei an vielen kleinen Läden und Cafés. Falls ihr euch hier weiterhin nördlich haltet, kommt ihr zum Alten Rathaus und dem wunderschönen Rathausplatz davor. 

 

Mit dem Katamaran von Wien nach Bratislava; Altstadt Bratislava

Rund ums Rathaus findet ihr Kunstgalerien und auch öffentliche Kunstinstallationen – ungewöhnliche Foto-Optionen sind also garantiert.

Wenn ihr euch in der Rathausgegend weiter nördlich haltet, die Altstadt nach einigen hundert Metern hinter euch lasst, seid ihr auf dem Weg zum Präsidentenpalast. Der ist ganz eindrucksvoll, der Park dahinter ist aber eigentlich noch schöner. Groß, blumenreich und erstaunlicherweise sehr ruhig. Außer uns waren kaum Besucher dort und wir konnten ganz entspannt auf einer Bank sitzend überlegen, wo es als nächstes hingehen soll.

 

Inzwischen habt ihr Hunger? Keine Sorge, kulinarisch kommt ihr in Bratislava nicht zu kurz!

 

Egal, was eure kulinarischen Vorlieben sind, ihr werdet keine Probleme haben, eine Location für ein leckeres Mittagessen zu finden. Auch Vegetarier oder Veganer kommen voll auf ihre Kosten. Aber genauso die Liebhaber von hausgemachten Burgern oder sogar der gehobenen asiatischen Küche. Die Auswahl ist wirklich riesig.  

Ich war gemeinsam mit einer Freundin unterwegs, die Vegetarierin ist und wir haben uns für das re:fresh entschieden, ein Musikclub mit lässigem Restaurant, bei dem ihr auch draußen sitzen könnt.

 

Nach einem späten Mittagessen geht’s über nette Wohnstraßen entlang des äußeren Rands der Altstadt ab auf die Burg. Von dort habt ihr einen Wahnsinns-Ausblick über die Donau hin zum „modernen“ Bratislava mit leider nicht ganz so schönen Plattenbauten. Aber auch das ist durchaus sehenswert! Ihr seht das „Ufo“ von oben (mehr dazu gleich) und habt natürlich auch die Altstadt mit dem Dom im Blick.

 

Über die verschlungenen, baumbestandenen Wege auf der östlichen Seite des Burgbergs geht es wieder hinab Richtung Altstadt. Unten angelangt, müsst ihr zunächst einmal eine vielbefahrene, vierspurige Straße überqueren – das geht prima über eine Fußgängerbrücke – und kommt zur spannenden Stadtmauer Bratislavas.

 

 

Hier versteckt sich übrigens auch eine winzige öffentliche Bibliothek. Und ihr habt durch die Torbögen immer wieder eine sehr ungewöhnliche Aussicht auf das vorhin erwähnte Ufo. Ufo? Ja, so heißt das edle Panorama-Restaurant, das sich auf dem Pylon der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes befindet. Äußerlich erinnert es tatsächlich an ein Ufo. Schön ist sicherlich anders, aber die Menüs und Cocktails sollen sich lohnen. Wir selbst hatten leider keine Zeit für einen Abstecher nach oben.

 

Aufgrund des großartigen Wetters bei unserem Besuch, haben wir jede Minute draußen verbracht. Auch die komplette SNP-Brücke haben wir überquert – von hier lassen sich phantastische Fotos hoch zum Burgberg machen und auf der anderen Seite der Brücke bekommt ihr Ausblicke auf die Uferpromenade entlang der Altstadt.

 

 

Dort auf der Uferpromenade haben wir dann vor Abfahrt unseres Katamarans zurück nach Wien noch für eine Weile die Abendsonne genossen. 

 

Tagesausflug nach Bratislava; Blick über Altstadt und Donau

TIPPS:

Bucht die Fahrkarten unbedingt vorab und so früh wie möglich, sobald ihr euch entschlossen habt, einen Tag in Bratislava zu verbringen.

Je früher ihr bucht, desto besser sind die Konditionen, die ihr bekommt. Außerdem habt ihr so tatsächlich die Chance auf einen Platz an Bord. Gerade die begehrten Uhrzeiten am frühen Vormittag und späten Nachmittag bzw. frühen Abend für die Rückfahrt sind schnell ausgebucht.

Die günstigsten Tickets gibt es ab 20 Euro pro Strecke und Person. Allerdings gibt es diesen Preis nur für die nicht beliebten Zeiten (also NICHT am Wochenende und NICHT morgens). Wir haben pro Person und Strecke 35 Euro bezahlt.

 

!!  Vergesst auf keinen Fall euren Personalausweis oder Reisepass  !!

 Ohne dürft ihr nicht an Bord, denn die Fahrt schließt ja einen Grenzübertritt mit ein. Ihr werdet nicht zwingend vom Zoll kontrolliert, aber es kann vorkommen. Wir wurden beispielsweise in Bratislava nicht kontrolliert, aber dafür abends bei der Rückkunft in Wien.

 

 

Falls ihr etwas länger Zeit in Bratislava verbringen möchtet, könnt ihr natürlich trotzdem den Katamaran als Transportmittel nutzen. Es gibt auch Einzelfahrscheine und kleine Koffer können problemlos mit an Bord genommen werden.

 

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